Pokerstrategie

Was bedeutet „Floaten“?

Veröffentlicht von am September 7, 2011

Damit meint man das Callen eines Einsatzes, mit der Absicht einen Spieler dazu zu bringen, zu einem späteren Zeitpunkt die Hand aufzugeben. Hier ein kleines Beispiel: Ein übervorsichtiger Spieler erhöht den Einsatz in einer frühen Postion und selbst callt man mit einer Hand, welche sehr schwach ist, damit der Gegner dazu gebracht wird, seine Hand aufzugeben. Mit He4, He5, Kr7 wird der Flop aufgedeckt und auf ganz zögerlicher Weise setzt der Spieler den halben Pot.
Es kann sich als profitabel erweisen, wenn man in dieser Situation den Flop nicht abschreibt und dafür callt und blufft. Den Gegner kann man zum aufgeben der Hand bewegen mit einem hohen Turn- oder Rivereinsatz, möglich ist dies mit jeder 6, mit jeder Herzkarte, mit jeder 8 oder 3 und mit jedem Paar des Boards.
Auch beim floaten wird vorausgesetzt, dass man seine Gegner, die allgemeine Situation und das Board richtig beobachtet. Nicht profitabel floaten kann man Loose-Passive-Spieler, denn diese werden mit großer Wahrscheinlichkeit nicht folden, wenn sie ein halbwegs gutes Blatt haben und dabei ist auch egal wie sehr man selbst Stärke vortäuscht. Auch kann man einen ängstlich agierenden Spieler auf einem Board mit beispielsweise KrA, PiK, He8 nicht floaten, denn dadurch wird seine Range zu sehr getroffen und abgesehen von den Turn- oder River-Karten wird es eher unwahrscheinlich sein, dass er ausreichend Folds seiner Range abringen wird, damit er profitabel ist.
Bei Short-Handed- und bei Heads-up-Spielen gewinnt diese Taktik an Gewicht. Auf leichte Calldowns kommt es bei den Short-Handed-Spielen an. Damit man nicht selbst ständig beim callen überrannt wird, muss man für eine ausgewogene Call-Range bei Spielen mit Gegnern, welche sehr gut sind, mit Floats und guten Händen callen, um die Bluffs vorzubereiten. Diese Strategie wird zu häufig von den Spielern bei Full-Ring-Spielen eingesetzt und zu wenig bei den Short-Handed-Spielen. Bei Short-Handed-Spielen ist das Variieren der Häufigkeit und der Art der eigenen Calls genauso wichtig wie eine Änderung der Anzahl der gespielten Hände und dem Grad der Aggressivität.
Floaten ist eine der schwierigsten Pokertaktiken die es gibt, aber dennoch kann diese Taktik, wenn man sie richtig einsetzt, der Weg zum Gewinn des Pots sein. Innerhalb sehr kurzer Zeit kann man sich so einen entscheidenden Vorsprung verschaffen. Diese Strategie muss vorsichtig und zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt werden, wenn man Erfolge erzielen möchte. Wendet man diese Strategie klug an, kann dies sehr profitabel sein.

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